Monatsgruß Oktober 2025

Monatsgruß Oktober 2025

Jesus antwortet auf die Frage, wann das Reich Gottes komme:
Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. Man wird auch nicht sagen können: Hier ist es! oder: Dort ist es!
Denn seht, das Reich Gottes ist mitten unter euch. (Lk 17,20.21)
Wenn im 2. Testament vom Reich Gottes gesprochen wird, dann hatten die Hörenden die Sehnsucht nach Schalom vor Augen und im Herz: den Wunsch nach ungefährdetem Wohlergehen, nach Sicherheit und Zu’frieden’heit. Politische und theologische Zusammenhänge gehörten damals und heute zusammen. Im Gegensatz zum weltlichen Frieden, der wie im Imperium Romanum häufig durch Macht und Gewalt gesichert wird, verheißt Gottes Schalom Gewaltlosigkeit. Nicht Menschen herrschen über Menschen, sondern Menschen werden im Namen Gottes friedlich zusammen leben.
Jesus sagt, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Jesus spricht also nicht nur von der Zukunft. Dann hätte er gesagt: Das Reich Gottes wird irgendwann kommen. Er sagt mehr: Es ist schon da!
Das ist schwer zu glauben. Täglich sehen wir Bilder und lesen Nachrichten von Krieg und Macht(missbrauch), von Flucht und Armut, von Gewalt an Schulen und Überforderung am Arbeitsplatz, auch in den Schulen. Doch so sehr die eine oder der andere sich wünschen mag, dass Gott endlich von außen eingreifen möge, so holen uns Jesu Worte in unsere Gegenwart zurück.
Wer nach dem Reich Gottes Ausschau hält, wird zum Perspektivwechsel eingeladen: nicht in der Ferne, nicht über uns ist Gottes Reich, das Reich Gottes ist mitten unter uns. Ich denke an Schüler:innen, die Orientierung gewinnen und ein offenes Ohr finden, weil Lehrer:innen ihnen zuhören und Vertrauen schenken, weil Sie Kindern und Jugendlichen ihre Zeit und ihre Liebe schenken, weil Schüler:innen sich gegenseitig zur Stütze werden. Ich denke an Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationserfahrungen, die in ihren Klassen und in der Schule Schutzräume finden, die ihnen Sicherheit auf Zeit bieten und Hilfestellungen, sich in fremder Umgebung und Sprache zurechtzufinden. Ich denke an Kolleg:innen, die Brücken bauen und für Verständigung eintreten, die Schule zum Lebensraum werden lassen und das Schulleben mit gestalten.
Trotzkraft nennt die Theologin Christina Brudereck diese Glaubensstärke, die einer oft übermächtig scheinenden Realität hoffnungsvoll und zuversichtlich begegnet. Gottes Reich geschieht fast unmerklich und unsichtbar. Am Ende wird es vollendet sein.
Schalom – Gottes reichen Segen für alle!

Im Namen aller Kolleginnen grüßt Sie Annette Vetter