Monatsgruß Juni 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,
die Trauer um die beiden verstorbenen Schüler in Dinslaken überschattet den Monatsbeginn. Unser Mitgefühl und unsere Gebete sind bei ihren Familien und Freund:innen. Unsere Gedanken sind bei Mitschüler:innen und Lehrer:innen sowie bei den Ersthelfer:innen, die den schrecklichen Verkehrsunfall miterleben mussten. Unser Dank gilt den Schulleitungen und der Menschenskirche Dinslaken. Schnell und besonnen wurden Türen geöffnet, um Sprachlosigkeit, Trauer, Gemeinschaft und Gebet Raum zu geben. Menschen suchen nach Hoffnung und Halt in schweren Zeiten wie dieser.

Vor beinahe 2000 Jahren schrieb der Apostel Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth (Kap. 13,13) einen Satz, der seine Kraft für mich bis heute nicht verloren hat: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.
Nicht alle Menschen glauben, manch einer verliert in Krisenzeiten seinen Glauben, manch eine verliert ihr Gottvertrauen. Da kann es guttun, wenn andere aus ihrem Glauben heraus handeln können, wenn sie für andere beten, wenn Menschen für andere da sind und das mit aushalten, was kaum auszuhalten ist. Glaube ist wie ein Raum, der allen Gemeinschaft und Sicherheit anbietet.
Als nächstes spricht Paulus von der Hoffnung. Sie ist wie „ein sicherer und fester Anker für die Seele“. Wie ein Anker ein Schiff in Position hält, selbst wenn es von Wellen hin- und hergeworfen wird, kann Hoffnung in den Turbulenzen des Lebens Halt geben. Hoffnung ist auf Zukunft gerichtet. Auch wenn es jetzt nicht gut ist, kann es gut werden, denn Hoffnung ist das Versprechen, dass keine:r allein durchs Leben gehen muss und keine:r alleine bleibt im Tod.

Die Liebe ist die Größte
Was ist im Leben wirklich wichtig? Gute Bildung, ein Beruf, Lehrer:innen, die Schüler:innen auf ihrem Lernweg begleiten – all das ist im Umfeld von Schule besonders wichtig. Doch das Wichtigste ist, wenn all das liebe-voll geschieht. Die Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sie ist eine Haltung, eine Entscheidung, die lebensbestimmend ist. Die Liebe lässt uns in allem den Menschen sehen, unabhängig von seinen Leistungen und Erfolgen. Die Liebe lässt uns im Menschen ein Geschenk Gottes entdecken. Die Liebe lässt uns in großer Trauer zurück, wenn ein Mensch stirbt. Die Liebe beschenkt uns mit Erinnerungen an das, was das Leben reich gemacht hat. Sie ist das, was bleibt, wenn alles andere vergeht. Die Liebe ist unsere Heimstätte bei Gott – im Leben und im Sterben. Die Liebe hört niemals auf. Daran dürfen wir glauben, darauf wollen wir hoffen, in dieser Liebe mögen wir leben und sterben.

Mit herzlichen Grüßen
vom Team des Ev. Schulreferat Duisburg/Niederrhein
Annette Vetter