Monatsgruß Januar 2025

Liebe Kolleg:innen,

die Weihnachtspause hat für mich einen besonderen Zauber. Sie ist eine Zeit des Innehaltens. Besuche von und bei Familie und Freund:innen verunmöglichen es, den Alltag ungebrochen fortzusetzen. Für wenige Tage steht die Welt still.

Mit Januar kehrt der Alltag zurück. Zugleich leuchten noch Sterne und Lichter in Fenstern und Straßen. Sie helfen, die Weihnachtsbotschaft mit ins neue Jahr zu nehmen. Von Weihnachten kommend trägt die Glaubensgewissheit, dass Gott in unserer Welt Wohnung nimmt – bei denen, die ohne Hoffnung sind ebenso wie bei denen, die voller Hoffnung in das neue Jahr gehen.

Johann Sebastian Bach hat sein Weihnachtsoratorium mit Teil VI am Dreikönigstag beschlossen, darin enthalten ist das Lied von Paul Gerhard „Ich steh an deiner Krippen hier“.

Ich steh an deiner Krippen hier / o, Jesu, du mein Leben; / ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. / Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, / Herz, Seel und Mut, nimm alles hin / und lass dir’s wohlgefallen.

In diesem Jahr klingt es in mir in der Vertonung aus dem Weihnachtsfilms „Das Weihnachtswunder“ nach. Darin singt Familie Bach das Lied für den Stadtrat. Vielleicht haben auch Sie den Film gesehen, der vom Wunder der Weihnacht und der Entstehung des Oratoriums handelt. Hören Sie gerne (noch einmal) in die Vertonung hinein.

Paul Gerhards Lied ist ein Lied des Staunens. Es knüpft an die Anbetung des Jesus-Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland an. Doch anders als bei den Weisen, sind nicht materielle Kostbarkeiten wie Gold, Weihrauch und Myrrhe Gaben für das Kind. Vielmehr verschenkt das lyrische Ich Geist, Sinn, Herz, Seel und Mut als Antwort auf Gottes Geschenk an uns Menschen. „So lass mich doch dein Kripplein sein“, heißt es in Strophe 9. Paul Gerhard nimmt mich und dich mit hinein in das Weihnachtswunder: Gott schenkt sich uns und will uns zugleich in den Dienst nehmen mit dem, was ich und du geben können.

Was bedeutet es für das neue Jahr, von Weihnachten angerührt zurück in den Alltag zu gehen? Was verändert sich in den Schulen, was verändert sich im Alltag, wenn Menschen sich verschenken? Wie lässt sich das neue Jahr gestalten, wenn Geist, Sinn, Herz, Seele und Mut uns leiten und wir das weitergeben, was wir selbst als Gabe empfangen haben?

Ich wünsche Ihnen einen neues Jahr reich an Begegnungen und Erfahrungen,  getragen von Gottes Liebe und weihnachtlicher Freude – ein Jahr, in dem Sie reich beschenkt werden und reichlich schenken: Geist und Sinn, Herz, Seele und Mut.

Mit herzlichen Grüßen von allen Kolleginnen aus dem Schulreferat Duisburg/Niederrhein!

Ihre Annette Vetter