Monatsgruß August 2024

Optimismus ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung

 

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Lehrer:innen,

das Zitat von Dietrich Bonhoeffer ist Motto für den Schulanfang-Gottesdienstes, den wir am Freitag, 23.08.2024, in der Stadtkirche Moers feiern. In der Sommerpause konnte ich beim Partnerschaftsbesuch auf Java/Indonesien erfahren, welche Kraft und Lebensfreude Optimismus ausstrahlt.

Die Jungen auf dem Foto besuchen die Primary School of Karmel in Ngaduman, einem kleinen Bergdorf nahe der Stadt Salatiga. Aus drei Dörfern kommen Schülerinnen und Schüler morgens um 7 Uhr zum Unterricht zusammen, manche von ihnen sind bereits  eine Stunde über die Berge gelaufen. Hochkonzentriert und voller Stolz begrüßten die Schulkinder uns mit einem javanischen Tanz. Die GKJTU, eine kleine christliche Kirche mit weniger als 20.000 Mitglieder, hat die Schule vor 50 Jahren gegründet, um Kindern in ländlicher Umgebung Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. So werden für die Heranwachsenden Türen geöffnet, um den heimischen Betrieb fachkundig zu übernehmen oder eine andere Berufswahl treffen zu können. Die sechs Lehrer:innen der Dorfschule engagieren sich in hohem Maße für ihre Schüler:innen und Schule. Obwohl das Einkommen niedriger ist als an staatlichen Schulen, ist es ihnen wichtig, den Kindern weiterzugeben, dass für sie ihr Glaube die Lebenskraft ist und Quelle der  Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens.

Woran glaube ich? Welche Hoffnung trägt mich? Hat mein Glaube Strahlkraft?

Die Begegnung mit Mitgliedern der GKJTU hat mir vor Augen geführt, welche Wirkkraft es hat, wenn Menschen von einer Vision getragen sind – gerade dann, wenn die äußeren Bedingungen schwierig sind. Ohne Probleme kleinzureden, öffnet Hoffnung den Blick für Möglichkeiten. Die Bergschule, die zunächst von wenigen Kindern besucht wurde und heute Lernort für 60 Schüler:innen ist, war und ist für mich eine schöne Erinnerung, meinen Blick immer wieder neu zu justieren.

„Denn seht, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ (Lukas 17,21)

Unser Glaube wird genährt von Jesu Botschaft vom Reich Gottes. Gottes Reich ist alles andere als eine perfekte Welt, Sie alle wissen um die Lebensumstände in Israel-Palästina zu Jesu Zeiten und heute. Zugleich berichten die Evangelien von einer Welt, in der sich Hoffnungszeichen finden lassen und die Lebenskraft stärken.

Ich habe mir für dieses Schuljahr vorgenommen, den Dingen, die mich runterziehen, weniger Aufmerksamkeit zu schenken und stattdessen die Hoffnung zu kultivieren. Ich bin gespannt, welche Wirkkraft ich entdecken werde.

Ich wünsche Ihnen ein Schuljahr, in dem auch Sie sich tragen lassen können von der Gewissheit, dass Ihr Tun nicht wirkungslos bleiben wird – in der Familie, in der Klasse, in der Schule – und von der Verheißung, dass sich auch im anstrengenden Schulalltag Hoffnungszeichen finden lassen.

Herzliche Grüße im Namen unseres Teams im Schulreferat Duisburg/Niederrhein,

Ihre Annette Vetter