Friedenspädagogik in Zeiten des Krieges

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Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind friedensethische Positionen auch in den Kirchen erschüttert worden. Doch sind sie damit auch überholt? Die Hoffnung auf Shalom ist maßgeblicher Bestandteil unserer christlichen Hoffnung für diese Welt, dies ist auch Thema im Religionsunterricht. Wie können wir Orientierung gewinnen angesichts von Rechtsbruch und maßloser Gewalt sowie gesellschaftlicher Verwerfungen? Wie können Hoffnung und eine friedliche Perspektive offen gehalten werden ohne die Realität der Gewalt zu verleugnen? Unsere Schüler:innen, aber auch wir selbst bleiben nicht unberührt von der Bedrohung für eine zivile, demokratische Gesellschaft. Kriegsrhetorik und die Allgegenwart von Waffen und strategischen Debatten in den Medien verändern schleichend auch unseren Alltag. Schüler:innen mit eigenen Kriegserfahrungen werden möglicherweise erneut trauma tisiert, Konflikte in der Gesellschaft brechen auf und kommen auch im Klassenzimmer an.
Wir wollen uns in dieser digitalen Fortbildungsreihe aus verschiedenen Perspektiven mit diesen Fragen beschäftigen und friedensethische Optionen für die Religionspädagogik aufzeigen.

# FRIEDEN I: Biblische Zugänge zum Frieden
23. FEBRUAR 2023 online / FÜR ALLE SCHULFORMEN

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ heißt es in Psalm 34. Was aber ist Schalom, Frieden, von dem in der Bibel die Rede ist? Das hebräische Wort Schalom hat einen größeren Bedeutungsumfang als das deutsche Wort Frieden und meint umfassendes Wohlergehen. Was sich genau dahinter verbirgt, welche Bilder und Vorstellungen die Bibel mit Frieden verbindet und welche Friedensbotschaft sie bereit hält, dem wollen wir mit Prof. Dr. Ruth Ebach, Alttestamentlerin
an der Universität Lausanne nachgehen.
REFERENTIN
Dr. Ruth Ebach, Alttestamentlerin an der Universität Lausanne

# FRIEDEN II: Was sagen Christ:innen und evangelische Kirche zu Krieg und Frieden
2. MÄRZ 2023 online / FÜR ALLE SCHULFORMEN

Bereits 1948 formulierte der Ökumenische Rat der Kichen: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“. Die Entwicklung einer Friedensethik gehört seitdem in den evangelischen Kirchen zu den
Grundanliegen, die in zahlreichen Denkschriften und Positionierungen formuliert und weiterentwickelt wurden. Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes schien eine Welt möglich, in der das Leitbild des gerechten Friedens, die Durchsetzung des Völkerrechts und eine schrittweise Abrüstung voranschreiten. Mit dem Ukrainekonflikt sind diese Positionen grundlegend erschüttert worden, aber sind sie deshalb zu revidieren?
REFERENTIN
Prof. Dr. Ulrike Baumann, seit vielen Jahren besonders in der Friedenspädagogik
engagiert

# FRIEDEN III: Was der Krieg mit uns macht … und was uns Kraft geben kann
23. MÄRZ 2023 online / FÜR ALLE SCHULFORMEN
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 sind weit mehr als 230.000 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nach Deutschland gekommen. Welche traumatischen Erfahrungen bringen Kinder und Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten mit zu uns nach Deutschland? Welche Reaktionen sind typisch dafür? Was können Lehrer:innen zu deren Stabilisierung beitragen? Und wann ist professionelle Hilfe notwendig?
REFERENTIN
Dr. Diana Ramos Dehn, Psychologin und Systemische Familientherapeutin,
lange Jahre tätig im Psychosozialen Zentrum für
Flüchtlinge in Düsseldorf

# FRIEDEN IV: Erinnern für Gegenwart und Zukunft: Schmerzpunkte und Kraftorte entdecken
30. MÄRZ 2023 / FÜR ALLE SCHULFORMEN
Krieg und Frieden kommen uns nahe in der Geschichte und in den Geschichten vor Ort. Schmerzliche Erinnerungen und Hoffnungszeichen finden sich in unseren Wohn- und Schulorten in unterschiedlichen Formen, bspw. als Denkmal, als Straßenname, als Biografien, als Initiativen und als andere Hinweise auf die lokalen Geschichte(n). Für Schüler:innen sind dies lohnende außerschulische sowie auch digitale Lernorte. Wir haben solche Orte in einer Karte zusammengetragen, einige erkunden wir an diesem Abend virtuell und diskutieren deren didaktisches Potential.